Die Krisenanfälligkeit steigt. „Es gibt kein Unternehmen und keine Organisation mehr, die nicht von einer Krise erwischt werden könnte“, sagt Philipp Schindera, der krisenerprobte Kommunikationschef der Deutschen Telekom. Nicht nur, weil in den Massenmedien die Trends zur Skandalisierung, Boulevardisierung und Personalisierung ungebrochen sind. Sondern auch durch eine Vielzahl neuer digitaler Kanäle: Foren, Blogs, twitter, social media. Quellen, die man zunächst einmal aussortiert hat, können plötzlich wieder relevant werden. „Die Web 2.0 Medien wandeln sich laufend“, konstatiert PR-Professor Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig. Und erfordern somit im Hinblick auf die Krisenprävention einen stärkeren Dialog mit Kunden und anderen Stakeholdern.
Es sind nicht nur die großen Konzerne in den sogenannten „High Risk“-Bereichen, etwa der Chemie- oder Stromindustrie, die sich auf Krisen vorbereiten müssen. Der Unicef-Skandal mit anschließendem Verlust des Spendensiegels zeigt exemplarisch, dass auch hervorragend beleumundete Nichtregierungsorganisationen, Verbände oder Dienstleister betroffen sein können – also auch Ihre Organisation. Alle Unternehmungen sind potentiell gefährdet, in einer medialen Krise die Deutungshoheit über das eigene Handeln zu verlieren.
Gründe gibt es viele: Korruption, Missmanagement, Fehlverhalten einzelner Führungskräfte, Arbeitsplatzabbau, Übernahmen und Zerschlagungen, Produktfehler etc. So verschieden Krisen auch sind, eines ist aber immer gleich: Der Kampf um die Deutungshoheit in der Öffentlichkeit muss schnell und effektiv geführt werden. Unsere Referenten sagen Ihnen, wie es funktioniert.
Im besten Fall sorgt der Kommunikationsmanager dafür, dass es überhaupt nicht zu einer Krise kommt. Ein gutes Issues- und Erwartungsmanagement hilft Unternehmen, relevante Themen und mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. Ist der Krisenfall eingetreten, bewährt es sich, wenn Reaktionsabläufe in der Vergangenheit immer wieder trainiert wurden. Zwar sind Ausnahmesituationen schon per Definition kaum berechenbar, trotzdem kann sich jedes Unternehmen und jede Organisation präventiv auf Krisen einstellen. Telefonlisten, Sprachregelungen und Ablaufpläne vorzuhalten beziehungsweise in Übungen ständig zu verfeinern, erleichtert die Arbeit im Ernstfall ungemein.
Prinzipiell trumpfen Kommunikationsabteilungen, wenn sie offen und ehrlich kommunizieren. Vor allem müssen sie in Krisensituationen erreichbar sein, um Informationen schnell an die Öffentlichkeit weitergeben zu können. Kommunikatoren sollten dabei Berichterstatter nicht als Gegner sondern als Partner begreifen, mit deren Hilfe der Informationsfluss vom Unternehmen zur Öffentlichkeit sichergestellt wird.
Eine weitere Grundvoraussetzung für die erfolgreiche kommunikative Bewältigung einer Katastrophe, so die einhellige Meinung erfahrener Krisenmanager, ist die Stellung und Vernetzung der Unternehmenskommunikation in der Organisationsstruktur. Die Kommunikation muss sich auf den Rückhalt des Vorstands verlassen können, im Ernstfall die Führung übernehmen und auch unbequeme Entscheidungen durchdrücken. Wie Kommunikatoren Krisen eindämmen, eine One-Voice-Policy sicherstellen und die Glaubwürdigkeit ihrer Organisation nach einem möglichen Imageschaden wieder herstellen können, verraten Ihnen die Referenten der Fachtagung Krisenkommunikation.
Für die kommunikative Bewältigung von Krisen gibt es keinen Masterplan. Stattdessen lernt man Krisenkommunikation am besten aus Erfahrungen. Unsere Referenten präsentieren im Rahmen von Best-Cases, Fachvorträgen, Diskussionsrunden und Hintergrundgesprächen ihre konkreten Erlebnisse, Konzepte und Lösungsansätze.


















